Dienstag, 16. Dezember 2008

Oh du fröhliche!

Ja, es ist mal wieder Weihnachtszeit und obwohl ich versucht habe, jeglichen vorweihnachtlichen Streß von mir fern zu halten, ist mir das nicht sonderlich gut gelungen. Zwar hat mein liebster Bruder Fritz dieses Jahr die Beschaffung der Weihnachtsgeschenke unserer Eltern übernommen, wir beide haben beschlossen, dass wir uns gegenseitig nichts schenken werden und viel größer ist die Familie auch nicht mehr, aber trotzdem: Weihnachten streßt! Das einzig Gute an diesem Fest ist, dass man deshalb ganze zwei Wochen frei bekommt. Dieses Jahr sind es sogar zwei Tage mehr! Juhu! Aber reine Entspannung werden diese Ferien wohl auch nicht werden, denn es stehen die Abgaben von 4 Hausarbeiten bevor, die jeweils mind. 20 Seiten haben sollen. Wer schonmal eine meiner Arbeiten gelesen hat, weiß, dass ich sehr zur Kürze neige und schon mit 15 Seiten ein Problem habe. Aber irgendwie wird sich das schon bewerkstelligen lassen und ich möchte zwei Hausarbeiten in den Ferien zumindest schonmal anfangen, sonst wird alles wieder auf die Ferien im Februar geschoben.
Warum ist aber nun die Weihnachtszeit für mich so furchtbar? Nun, eigentlich ist sie das gar nicht. Ich stehe diesem ganzen Einkaufsrummel und Punschtrinken am Weihnachtsmarkt, sowie der Lichterdekoration, welche die Lichtverschmutzung noch erhöht, eigentlich ziemlich gleichgültig gegenüber. Anstrengend ist eher der Fakt, dass ich mir viel zu viele Sorgen um alles mache. Beispielsweise habe ich am 22. November den TOEFL Test abgelegt und hatte so viel Schiss, nicht gut abzuschneiden, dass ich schon schlecht geschlafen habe. Gestern erhielt ich die Ergebnisse und ich bin in allen Teilbereichen im oberen Viertel und habe 108 von 120 Punkten. Sagenhaft! Und dabei hatte ich nach dem Test ein ziemlich schlechtes Gefühl. So kann man sich täuschen.
Warum ich den TOEFL Test überhaupt gemacht habe? Ich bewerbe mich für ein Stipendium in Montreal/Kanada für das nächste Wintersemester und dafür muss ich diese Sprachkenntnisse vorlegen. Und noch viel anderes mehr, was mich außerdem ziemlich streßt. Ich muss zum Beispiel 2 Empfehlungsschreiben von Professoren abgeben, Bewerbungsschreiben mit Motivation (Deutsch und Englisch), sowie einen ausführlichen Lebenslauf und dann natürlich noch mein Zeugnis, das meinen Studienverlauf und meine Noten zeigt und das ist momentan auch noch mein größtes Problem. Mir fehlte dieses Semester genau noch eine Vorlesungsprüfung, die ich bei einem Professor in der Sprechstunde mündlich ablegen wollte. Nunja, im November hatte ich viel zu tun und habe es nicht geschafft, hin zu gehen. Und dann, als ich endlich gut vorbereitet war und vor seinem Büro stand, war er krank. Er ist auch schon länger krank und auch noch weiterhin! Toll! Ich war fast am ausflippen, denn das Amt für die Ausstellung der Diplomzeugnisse braucht ca. 4-6 Wochen und ich muss Mitte Januar abgeben. Soweit so schlecht. Dann viel mir aber wieder ein, dass ich im Sommer klugerweise eine Prüfung abgelegt hatte, die ich aber für etwas anderes angerechnet haben wollte (man sieht, unser System an der Uni ist etwas kompliziert) und ich hatte auf dem Zeugnis bei dieser Vorlesung daher eine unpassende Codenummer stehen. Aber heute habe ich mir eindlich ein Herz gefasst und bin zum Studienservice und habe gefragt, ob ich diese andere Prüfung auch anrechnen lassen kann. Der Herr dort hat sich das angesehen und meinte nüchtern und ohne Emotionsregung: "Sicher." Strich die alte Codenummer weg und schrieb auf das Zeugnis einfach eine andere. Und schon hatte ich eingereicht. Hätte ich das nur früher gewusst, dann müsste ich mich nicht mehr sorgen, ob ich das Zeugnis auch rechtzeitig vor Abgabeschluss in den Händen halten kann, sondern hätte schon Anfang November eingereicht. Aber ich bin froh, dass diese Geschichte wenigstens von meinem Schreibtisch ist. Jetzt heißt es abwarten und Plätzchen essen und hoffen, dass ich alle Unterlagen bis Mitte Januar zusammen habe, beim persönlichen Auswahlgespräch nicht kläglich versage und sie mich auch wirklich nach Montreal schicken. Das wäre wirklich fantastisch! Ein Semester Kanada, keine Studiengebühren und wahrscheinlich noch ein Zuschuss von 500 Euro! Das würde sich rentieren! Hoffentlich, Hoffentlich, Hoffentlich!!!


Ach übrgens: Habe mit Erschrecken festgestellt, dass ich mit dem Studium der Germanistik schon fast durch bin. Eigentlich brauche ich nur noch 2 Vorlesungen, das Diplomandenseminar und 4 Kurse in meinem Schwerpunkt und dann wäre die Sache gegessen, wenn da nicht noch die freien Wahlfäscher wären und von denen werde ich noch einige absolvieren müssen. Aber ich habe einen guten Plan: Ich mache nächstes Semester die Pflichtscheine in der Germanistik fertig und widme mich dann (falls ich nicht nach Kanada gehe) ab Winter meiner Diplomarbeit. Das heißt, ich wäre dann im Sommer 2010 wenn alles klappt mit dem Studium feritg! Irgendwie geht das ganz schön schnell.... Naja, aber 5 Jahre habe ich ja dann doch schon studiert.
Meine Mutter hatte neulich recht, als sie sagte, ich solle mir ein Praktikum besorgen, um mich endlich auch mal beruflich zu orientieren. Vielleicht beleibe ich aber auch an der Uni und mache meinen Doktor, wer weiß? ;) Aber ich glaube, das würde meinen Vater zur Weisglut treiben und ich könnte mir die finanzielle Unterstützung abschminken. Doch wie wir alle wissen: So wie man plant und denkt, so kommt es nie! und daher sollte man nicht zu viele Gedanken an die Zukunft verschwenden. Also sitze ich in der Gegenwart in der Fachbibliothek der Germanistik und schaue aus dem Fenster. Alles ist grau in Wien. Wie ich mich darauf freue, diese Nebelschwaden am Samstag endlich hinter mir zu lassen und in den heimeligen Schoss meiner Familie einzukehren. Ach... Ich lese nicht umsonst so gerne Heinrich Heine! :)

Also meine lieben Leser, ich wünsche euch Durchhaltevermögen bis zu den Feiertagen. Viel Geduld, Entspannung und die Ausgeglichenheit, damit ihr dieses Fest auch richtig genießen könnt.
Auf bald, Bussi Baba!

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